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6. Woche 2015

 

Wolle mer se reilasse?
Die Deflation ist da.


Nun haben wir den Salat. Die EZB hat nicht nur das Inflationsziel verfehlt, es ist ihr noch nicht einmal gelungen, die Deflation fernzuhalten.



Der Spiegel schreibt: "In der Euro-Zone herrscht erstmals seit dem Krisenjahr 2009 eine Deflation". und liefert zur Begriffserklärung vier naive Bildchen und dazu einen ebenso naiven, erklärenden Text.



Deflation bedeute, heißt es da, dass die Preise in einem Land über längere Zeit sinken, was verschiedene Ursachen haben könne. Zum Beispiel eine geplatzte Immobilienblase oder den staatlichen Beschluss, stark zu sparen. Sinkende Preise seien schlecht, weil die Einnahmen der Unternehmen sinken und daher Mitarbeiter entlassen müssen, usw.


Über die wahren Ursachen und die wahren Verursacher der Deflation wird vorsichtshalber nicht aufgeklärt, stattdessen wird der rapide Verfall des Ölpreises ins Feld gefühlt, der allerdings mit Deflation nichts zu tun hat, denn Deflation ist ein Phänomen, das von fehlender Liquidität ausgelöst wird, nicht von sinkenden Preisen.


Denn so wie Inflation - also die Aufblähung der Geldmenge - von Teuerung (dem Anstieg der Preise bei unveränderter Liquidität) unterschieden werden muss, müssen auch die Deflation, also das Schwinden der liquiden Geldmenge, und das Sinken der Preise bei unveränderter Liquidität voneinander unterschieden werden.


Da der sinkenden Ölpreis, trotz der Gegenbewegung des Euro-Kurses, in Deutschland Liquidität freisetzt, die bisher für den Energieaufwand gebunden war, sollte davon eigentlich ein Wachstumsschub ausgehen, der alle Sektoren außerhalb des Energiesektors beflügelt, auch die Verluste bei der Mehrwertsteuer auf Öl und Benzin sollten durch zusätzliche Mehrwertsteuereinnahmen in anderen Sektoren zumindest ausgeglichen werden. Die deutsche Öl- und Gasförderung stellt schließlich nur minimale Mengen für den Eigenbedarf zur Verfügung, der Preiseinbruch für die Produzenten ist in der volkswirtschaftlichen Gesamtbetrachtung daher noch nicht einmal eine Fußnote wert.


Was also ist Deflation?


Diese Frage habe ich im Rahmen der Aufsatzreihe:"Grundlagenwissen zum besseren Verständnis des Geldes und der vom Geld hervorgerufenen Probleme" bereits im Mai 2003 beantwortet und später in "Wolf's wahnwitzige Wirtschaftslehre - Band III, Über das Geld" mit verarbeitet.Ich finde, dieser kurze Aufsatz passt unverändert zur heutigen Situation - und verrät ein bisschen mehr über die Deflation als der Spiegel und die übrigen Mainstream-Medien. Hier ist er also nochmals, mit geringfügigen Ergänzungen:



Deflation



Inflation und Teuerung haben wir im Kapitel "die natürlichen Feinde des Geldes" bereits besprochen, doch es gibt noch ein Phänomen, das höchste Beachtung verdient:


Die Deflation.


Deflation ist selten.

Zwischen deflationären Phasen vergehen Jahrzehnte der Teuerung und Inflation, aber in der kollektiven Erinnerung der Menschheit ist die Deflation tief eingegraben. Die letzte schwere Deflation nennen wir heute noch "Die Weltwirtschaftskrise" und ihr "Schwarzer Freitag" ist längst zum Synonym für Bankrott und wirtschaftlichen Ruin geworden.


Deflation sieht so aus, als gewönne das Geld auf wundersame Weise Tag für Tag an Wert. Es sieht so aus, als würden die Preise sinken, als seien die Feinde des Geldes, Inflation und Teuerung endgültig besiegt.


Natürlich ist das Unfug.

Erklärt wird die Deflation mit einer Stimmung des Abwartens bei den Konsumenten, die heute nicht kaufen wollten, weil sie fest damit rechnen, dass morgen alles noch billiger zu haben sei.


Aber auch das ist Unfug, der in den Medien verbreitet wird, um die Deflation als eine unvermeidliche Erscheinung des Schicksals und der Weltenläufte darzustellen, so ähnlich, als sei die Deflation eine Art Viruserkrankung, die rund um den Globus das Wirtschaftsleben befällt und lähmt.

Selbstverständlich wird Deflation von Menschen gemacht.


Die einfachste Methode zur Herstellung von Deflation ist es, die Kaufkraft der Bevölkerung, einschließlich der Kaufkraft ihres Staates und ihrer Versorgungssysteme zu beschneiden, indem die Geldversorgung gestört wird.


Bitte unbedingt hier weiterlesen.  



Das ist ein Artikel von vielen, die mich seinerzeit schon von Herrn Kreutzer überzeugten. Seine Art, auch einem Laien wie mir etwas übers Geld und den Hintergründen beizubringen, ist sehr hoch einzuschätzen. Seine Aufsätze überzeugen durch Logik und enormem Wissen, auf das man sich verlassen kann.

 

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